Als Station für Pest- und Leprakranke war es im hohen Mittelalter an dieser belebten Kreuzung eingerichtet worden, weil die "Siechen" so günstig Almosen von Reisenden erbetteln konnten. Auch das später dort entstandene Gasthaus deutet darauf hin, dass hier Reisende aus Nah und Fern aufeinandertrafen.

Der Wirtschaftsweg, der heute aus Richtung Sievernich am Siechhaus vorbeiführt, lässt nicht mehr erkennen, dass hier einmal die Aachen-Frankfurter Heerstraße verlief. Deren Alter kann dabei bis in karolingische Zeit zurückverfolgt werden. Archäologen gehen jedoch davon aus, dass sie einen römischen Vorläufer gehabt hat. Im Mittelalter diente sie nicht nur als Heerstraße – sie war darüber hinaus Handels-, Pilger- und Postweg.

Im 19. Jahrhundert verlor die Ost-West-Trasse allmählich an Bedeutung oder wurde durch neue Straßenbauten von Düren über Zülpich nach Euskirchen ersetzt. Auch die Römerstraße Köln–Trier wurde erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts saniert und mit neuer Wegeführung versehen. Zu dieser Zeit hatten beide Straßen gegenüber neuen Trassen von Köln und Düren über Euskirchen nach Trier und zum Rhein, vor allem aber durch die neuen Eisenbahnlinien in beide Richtungen entscheidend an Bedeutung eingebüßt.