Rund 26 Kilometer westlich der Provinzhauptstadt Colonia Claudia Ara Agrippinensium (Köln) befand sich in römischer Zeit eine Siedlung, die als vicus von Elsdorf bezeichnet wird. Die Via Belgica wurde hier beidseitig von einer geschlossenen Bebauung flankiert. Langrechteckige Streifenhäuser lagen mit ihrer Schmalseite zur Straße hin, ein gemeinsamer Säulengang (porticus) begleitete den Straßenverlauf und bot als überdachter Bürgersteig den Fußgängern Schutz. Vergleiche mit anderen vici in Niedergermanien lassen darauf schließen, dass einzelne Häuser mindestens 25 Meter lang waren. Wir dürfen annehmen, dass der rückwärtige Bereich der Parzellen auch im vicus von Elsdorf als Garten oder gewerbliche Produktionsstätte z. B. von Töpfern genutzt worden ist.

In einem Abstand von ca. 90 Metern zur Via Belgica befand sich ein gallo-römischer Umgangstempel. Dieses Heiligtum bestand aus einem rechteckigen, 8 x 10 Meter großen Raum, der von einem etwa vier Meter breiten Umgang eingefasst war. Ob der Umgang wie so oft als Säulen- oder geschlossener Gang gestaltet war, ist nicht bekannt, da der Tempel nur im Fundamentbereich erhalten ist.

Während die Hausbebauung im rechten Winkel an die Via Belgica grenzte, zeigen der weiter entfernte gallo-römische Umgangstempel sowie weitere Gebäude in seiner unmittelbaren Nähe eine abweichende Ausrichtung. Allem Anschein nach orientierten sich diese Bauten nicht an der Via Belgica, sondern eher an einer bisher noch nicht identifizierten Nebenstraße. Demnach hätte der vicus Elsdorf in römischer Zeit an einer Wegegabelung gelegen. An der – in einem spitzen Winkel von Südwesten in die Via Belgica einmündenden – Nebenstraße hatten in römischer Zeit das Heiligtum und weitere Bauten ihren Platz.